WhatsApp-Chat gelöscht und kein Backup vorhanden: Was sich noch wiederherstellen lässt

WhatsApp-Chat gelöscht und kein Backup vorhanden: Was sich noch wiederherstellen lässt

Ein Chat wird versehentlich gelöscht, und erst einige Sekunden später wird klar, was darin alles gespeichert war: jahrelange Nachrichten, Fotos, Sprachnachrichten, Adressen oder geschäftliche Absprachen. Wer anschließend im Internet nach Hilfe sucht, findet schnell Programme, die eine Wiederherstellung „ohne Backup“ versprechen.

Bei einem aktuellen Smartphone ist das in vielen Fällen unrealistisch.

WhatsApp speichert einen Chat nicht als einzelne Textdatei, die nach dem Löschen einfach irgendwo im freien Speicher liegen bleibt. Die Nachrichten gehören zu einer laufend veränderten Datenbank. Diese befindet sich in einem geschützten Bereich der App und liegt auf einem verschlüsselten Gerätespeicher.

Ist kein älteres Backup und keine weitere Kopie vorhanden, lässt sich ein gezielt gelöschter Chat deshalb meist nicht vollständig wiederherstellen. Bevor man den Inhalt endgültig aufgibt, gibt es aber einige Stellen, die geprüft werden sollten. Nicht selten findet sich zumindest ein Teil des Verlaufs oder der zugehörigen Medien an einem anderen Ort.

Ist der Chat tatsächlich gelöscht?

Zunächst lohnt sich eine einfache Kontrolle. Manche Unterhaltungen wurden nicht gelöscht, sondern nur archiviert oder durch einen Filter ausgeblendet.

Über die WhatsApp-Suche kann nach dem Namen, der Telefonnummer, dem Gruppennamen oder einem auffälligen Begriff aus dem Chat gesucht werden. Auch der Bereich „Archiviert“ sollte geprüft werden.

Nach einem Gerätewechsel kommt noch eine andere Möglichkeit hinzu: WhatsApp wurde zwar eingerichtet, aber der bisherige Verlauf nicht übernommen. Der Chat ist dann auf dem neuen Gerät nicht sichtbar, kann aber noch auf dem alten Smartphone oder in einer Sicherung vorhanden sein.

Auch die Anmeldung mit einer anderen Telefonnummer oder einem anderen Google- beziehungsweise Apple-Konto kann dazu führen, dass ein vorhandenes Backup nicht angeboten wird.

Erst wenn solche Ursachen ausgeschlossen sind, sollte man von einem wirklich gelöschten Chat ausgehen.

Warum ein gelöschter Chat nicht wie eine gelöschte Datei behandelt werden kann

Bei älteren Festplatten und unverschlüsselten Speicherkarten bleiben gelöschte Dateien oft noch eine Zeit lang in den freigegebenen Speicherbereichen liegen. Datenrettungsprogramme suchen dort nach verwertbaren Resten.

Bei Smartphones sind die Voraussetzungen grundlegend anders.

Android und iOS verschlüsseln den internen Speicher. WhatsApp verwaltet seine Inhalte zudem innerhalb eines geschützten App-Bereichs. Ein gewöhnliches Programm auf einem angeschlossenen Computer erhält darauf keinen beliebigen Zugriff.

Wird ein Chat gelöscht, verschwinden die zugehörigen Einträge aus der aktiven WhatsApp-Datenbank. Während das Smartphone weiterläuft, verändert sich diese Datenbank fortlaufend: Neue Nachrichten kommen hinzu, Statusinformationen werden gespeichert, Vorschaudaten aktualisiert und alte Bereiche neu verwendet.

Daneben verwaltet der Flash-Speicher freie Bereiche selbstständig. Dadurch kann ein früherer Datenbestand bereits nach kurzer Zeit nicht mehr über seine ursprünglichen Speicheradressen erreichbar sein.

Ein klassischer Tiefenscan, wie man ihn von einer Festplatte kennt, greift hier zu kurz.

Das Smartphone jetzt nicht unnötig verändern

Wer den Chat gerade erst gelöscht hat, sollte nicht hektisch verschiedene Rettungsprogramme ausprobieren.

Vor allem diese Schritte können die Lage verschlechtern:

  • WhatsApp deinstallieren,

  • App-Daten oder Cache löschen,

  • ein neues Betriebssystem-Update installieren,

  • das Smartphone zurücksetzen,

  • Root- oder Jailbreak-Versuche starten,

  • mehrere Wiederherstellungs-Apps installieren,

  • ein neues Backup erzwingen.

Auch die normale Nutzung schreibt ständig neue Daten in den Speicher. Es ist daher sinnvoll, das Gerät zunächst möglichst wenig zu verwenden.

Das bedeutet allerdings nicht, dass nach dem Ausschalten garantiert noch gelöschte Nachrichten vorhanden wären. Es verhindert nur zusätzliche Veränderungen, solange die Ausgangslage noch nicht geklärt ist.

Das letzte WhatsApp-Backup prüfen

Viele Nutzer sagen zunächst, es gebe kein Backup. Gemeint ist häufig: Sie haben nie bewusst eines angelegt.

WhatsApp kann den Chatverlauf jedoch automatisch sichern. Bei Android geschieht das je nach Einstellung über das Google-Konto und teilweise zusätzlich lokal auf dem Gerät. Beim iPhone verwendet WhatsApp dafür iCloud.

In WhatsApp lässt sich unter den Chat-Backup-Einstellungen erkennen, wann zuletzt eine Sicherung erstellt wurde. Dieses Datum ist wichtiger als die bloße Existenz des Backups.

Ein Beispiel:

Das letzte Backup wurde nachts um 2 Uhr erstellt. Der Chat wurde am selben Nachmittag gelöscht. In dieser Konstellation kann die nächtliche Sicherung den Chat noch enthalten.

Wurde dagegen nach der Löschung erneut gesichert, befindet sich im jüngsten Backup meist bereits der neue Zustand ohne die Unterhaltung.

Ein Backup ist also nur hilfreich, wenn es aus dem richtigen Zeitraum stammt.

Ein altes Backup kann aktuelle Nachrichten verdrängen

Die Wiederherstellung eines älteren WhatsApp-Backups setzt den Chatbestand normalerweise auf den damaligen Stand zurück. Nachrichten, die erst später eingegangen sind, werden nicht automatisch mit dem älteren Verlauf zusammengeführt.

Das ist einer der häufigsten Fehler bei spontanen Rettungsversuchen: Ein Nutzer stellt ein älteres Backup wieder her und entdeckt anschließend, dass zwar der gesuchte Chat zurückgekehrt ist, dafür aber neuere Unterhaltungen fehlen.

Vor dem Zurückspielen sollten deshalb zwei Fragen geklärt werden:

Welche Daten sind im alten Backup wahrscheinlich enthalten?
Und welche neueren Chats könnten durch die Wiederherstellung verloren gehen?

Bei wichtigen Daten ist es besser, den aktuellen Zustand zunächst separat zu sichern oder zu dokumentieren. Nach Möglichkeit sollte ein Wiederherstellungsversuch nicht auf dem einzigen vorhandenen Gerät erfolgen.

Lokale Backups auf Android

Android-Geräte können lokale WhatsApp-Sicherungsdateien enthalten. Je nach Android- und WhatsApp-Version liegen sie in einem WhatsApp-Verzeichnis oder in einem stärker geschützten Bereich.

Solche Dateien tragen häufig Namen ähnlich wie:

msgstore-2026-08-01.1.db.crypt15

Sie sind verschlüsselt und nicht direkt als lesbarer Chat zu öffnen. Ihre Aufgabe besteht darin, von WhatsApp selbst wiederhergestellt zu werden.

Eine ältere lokale Sicherung kann nützlich sein, wenn sie vor der Löschung erstellt wurde und noch nicht durch neuere Versionen ersetzt worden ist. Bevor Dateien umbenannt, verschoben oder mit einer Neuinstallation getestet werden, sollten sie vollständig auf einen anderen Datenträger kopiert werden.

Gerade bei Android lohnt sich deshalb ein Blick auf das ursprüngliche Smartphone, bevor WhatsApp neu installiert oder der App-Speicher bereinigt wird.

Beim iPhone nach Computerbackups suchen

Auf einem iPhone gibt es keine frei zugänglichen lokalen WhatsApp-Datenbanken wie bei manchen Android-Konfigurationen. Trotzdem können ältere Gerätesicherungen vorhanden sein.

Denkbare Speicherorte sind:

  • ein iCloud-Backup,

  • ein lokales Backup auf einem Mac,

  • ein Backup über iTunes oder die Apple-Geräte-App unter Windows,

  • ein älteres vollständiges Gerätebackup auf einer externen Festplatte.

Besonders wertvoll können verschlüsselte lokale iPhone-Backups sein, da sie mehr geschützte Datenarten enthalten als unverschlüsselte Sicherungen.

Ein solches Backup sollte vor jedem Versuch kopiert werden. Wird es durch eine neue Sicherung ersetzt oder beschädigt, geht möglicherweise die einzige noch vorhandene ältere Datenversion verloren.

Ein vollständiges iPhone-Backup ist außerdem nicht automatisch dasselbe wie ein separates WhatsApp-Chat-Backup. Ob der gesuchte Verlauf tatsächlich enthalten ist, muss im konkreten Fall geprüft werden.

Das alte Smartphone nicht vergessen

Nach einem Gerätewechsel liegt das frühere Smartphone oft noch unbenutzt in einer Schublade. Für die Wiederbeschaffung eines gelöschten Chats kann es wertvoller sein als jede Rettungssoftware.

Wurde das Gerät seit dem Wechsel nicht mehr verwendet, kann dort noch ein älterer Chatbestand vorhanden sein.

Das Altgerät sollte zunächst ohne Internetverbindung gestartet werden. Flugmodus, deaktiviertes WLAN und eine entfernte SIM-Karte verhindern zwar nicht jede Veränderung, reduzieren aber das Risiko einer unmittelbaren Synchronisation oder Aktualisierung.

Lässt sich WhatsApp noch öffnen, sollten wichtige Inhalte sofort gesichert werden. Je nach Umfang kann das durch Chat-Export, Screenshots, Weiterleitung einzelner Nachrichten oder separates Speichern der Medien geschehen.

Nicht empfehlenswert ist eine spontane Aktualisierung der App. Ebenso sollte eine erneute Verifizierung der Telefonnummer nur mit Bedacht durchgeführt werden, weil sie Auswirkungen auf das aktuell verwendete Smartphone haben kann.

Der Gesprächspartner hat den Verlauf möglicherweise noch

Das Löschen eines Chats auf dem eigenen Smartphone entfernt nicht automatisch die Unterhaltung auf der anderen Seite.

Bei einem normalen Einzelchat kann der Gesprächspartner die Nachrichten, Bilder und Sprachnachrichten weiterhin besitzen. In Gruppen existieren entsprechend mehrere mögliche Kopien.

Je nach Bedarf kann die andere Person:

  • den Chat exportieren,

  • bestimmte Nachrichten weiterleiten,

  • Bilder oder Dokumente erneut senden,

  • Screenshots eines benötigten Zeitraums erstellen,

  • nach einzelnen Begriffen oder Daten suchen.

Ein exportierter Chat lässt sich nicht als normaler WhatsApp-Verlauf zurück in die App importieren. Für die inhaltliche Sicherung ist er trotzdem oft die einfachste und vollständigste Lösung.

Gerade bei sehr alten Unterhaltungen ist dies häufig erfolgversprechender als jeder technische Wiederherstellungsversuch.

Nachrichten „für mich“ oder „für alle“ gelöscht

Bei einzelnen Nachrichten unterscheidet WhatsApp zwischen „Für mich löschen“ und „Für alle löschen“.

Wurde eine Nachricht nur auf dem eigenen Gerät entfernt, kann sie beim Empfänger weiterhin vorhanden sein. Sie lässt sich dort weiterleiten oder dokumentieren.

Bei „Für alle löschen“ versucht WhatsApp, die Nachricht auch auf den Geräten der anderen Teilnehmer zu entfernen. Trotzdem können außerhalb des aktiven Chats noch Kopien bestehen, etwa in Screenshots, älteren Backups oder weitergeleiteten Nachrichten.

Auch Benachrichtigungen können kurze Textausschnitte enthalten. Das betrifft vor allem Android-Geräte, auf denen der Benachrichtigungsverlauf bereits vor dem Löschen aktiviert war. Ein vollständiger Chat lässt sich daraus allerdings nicht rekonstruieren.

Bilder und Videos sind nicht immer ebenfalls verschwunden

Das Löschen eines Chats und das Löschen der zugehörigen Mediendateien sind nicht in jeder Situation dasselbe.

Auf Android können Bilder, Videos, Audiodateien und Dokumente noch im WhatsApp-Medienordner liegen. Auch die Galerie, Google Fotos, der Download-Ordner oder eine automatische Cloud-Sicherung sollten geprüft werden.

Beim iPhone können zuvor gespeicherte Bilder weiterhin in der Fotos-App oder in iCloud-Fotos vorhanden sein. Der Bereich „Zuletzt gelöscht“ ist ebenfalls einen Blick wert.

Weitere mögliche Kopien finden sich manchmal auf einem Computer, einem NAS, in geteilten Alben oder in E-Mail-Anhängen.

Der ursprüngliche Chatverlauf entsteht dadurch nicht neu. Häufig sind aber gerade die Fotos, Sprachnachrichten oder Dokumente der wichtigste Teil der Unterhaltung.

Was verknüpfte Geräte noch zeigen können

WhatsApp wird heute oft gleichzeitig auf Computern, Tablets oder weiteren Smartphones verwendet.

Ein verknüpftes Gerät ist kein verlässliches Backup. Je nach Synchronisationsstand kann dort aber noch ein Teil des Verlaufs sichtbar sein.

Bevor das Gerät abgemeldet, aktualisiert oder neu verknüpft wird, sollte geprüft werden, ob der gesuchte Chat dort noch geöffnet werden kann. Sichtbare Inhalte lassen sich anschließend dokumentieren oder exportieren.

Darauf verlassen sollte man sich nicht. Verknüpfte Geräte übernehmen Änderungen meist ebenfalls und können einen gelöschten Chat nachträglich aus ihrer Anzeige entfernen.

Was Rettungsprogramme wirklich finden

Viele Programme werben mit einer direkten Wiederherstellung gelöschter WhatsApp-Nachrichten. Häufig zeigen sie bereits vor dem Kauf Kontakte, Chatnamen oder Vorschaubilder an.

Das wirkt überzeugend, beweist aber wenig.

Solche Informationen können aus dem aktuellen Adressbuch, aus Cache-Dateien, vorhandenen Backups oder nicht gelöschten WhatsApp-Daten stammen. Auch ein verbliebener Kontakt- oder Datenbankeintrag bedeutet nicht, dass der frühere Nachrichtentext noch vorhanden ist.

Auf einem aktuellen iPhone kann ein gewöhnliches Computerprogramm nicht frei in gelöschten Bereichen des App-Speichers suchen. Bei Android hängt der mögliche Zugriff stark vom Modell, der Android-Version und dem Sicherheitszustand des Geräts ab.

Selbst bei erweitertem Zugriff bleibt die Frage, ob die frühere Datenbankversion noch vorhanden ist. Wurde sie bereits verändert oder vom Speicher bereinigt, kann eine Software daraus keinen vollständigen Chat neu zusammensetzen.

Nützlich können solche Programme trotzdem sein, wenn sie ein vorhandenes Backup auslesen, aktuelle Daten exportieren oder noch vorhandene Mediendateien übersichtlich darstellen. Das sollte aber nicht mit einer Wiederherstellung endgültig gelöschter Nachrichten verwechselt werden.

Wann eine professionelle Datenrettung sinnvoll sein kann

Ein defektes Smartphone ist ein anderer Fall als ein gelöschter Chat.

War die Unterhaltung bis zum technischen Ausfall noch vorhanden, kann eine professionelle Bearbeitung durchaus sinnvoll sein. Das gilt etwa bei:

  • defektem Display,

  • beschädigtem Mainboard,

  • Startproblemen,

  • Wasserschaden,

  • fehlerhafter Stromversorgung,

  • einem Gerät, das sich nicht mehr bedienen lässt.

Ziel ist dann, das ursprüngliche Smartphone so weit wiederherzustellen oder zu stabilisieren, dass die vorhandenen App-Daten ausgelesen werden können.

War der Chat bereits vor dem Defekt gelöscht und existiert kein passendes Backup, schafft auch eine technische Reparatur keine neue Kopie des früheren Verlaufs.

Ein Datenrettungslabor kann vorhandene Daten zugänglich machen. Es kann keine nicht mehr gespeicherten Nachrichten rekonstruieren, nur weil das Gerät geöffnet oder der Speicher technisch ausgelesen wird.

Warum das Auslesen des Speicherchips keine einfache Lösung ist

Gelegentlich wird vorgeschlagen, den Speicherchip aus dem Smartphone zu entfernen und direkt auszulesen.

Bei aktuellen Geräten ist das in Bezug auf gelöschte WhatsApp-Chats selten zielführend. Der interne Speicher ist üblicherweise mit gerätespezifischen Schlüsseln verschlüsselt. Die Rohdaten des Speicherchips lassen sich ohne den ursprünglichen Prozessor, die Sicherheitskomponenten und weitere Informationen nicht einfach als Dateien öffnen.

Selbst bei einem technisch möglichen Zugriff müsste eine frühere Version der WhatsApp-Datenbank noch vorhanden sein. Genau daran scheitert die Wiederherstellung nach einem gezielten Löschvorgang häufig.

„Chip auslesen“ bedeutet deshalb nicht automatisch „gelöschten Chat zurückholen“.

Nach einer Deinstallation oder einem Werksreset

Wurde WhatsApp versehentlich deinstalliert, hängt fast alles davon ab, ob ein Cloud- oder lokales Backup vorhanden ist.

Auf Android können möglicherweise noch lokale Sicherungsdateien existieren. Beim iPhone sollte nach iCloud- und Computerbackups gesucht werden.

Nach einem Werksreset sind die Aussichten wesentlich schlechter. Moderne Smartphones löschen dabei nicht nur Dateiverweise, sondern entfernen beziehungsweise erneuern wichtige Verschlüsselungsinformationen. Die früheren Benutzerdaten sind anschließend normalerweise nicht mehr direkt zugänglich.

Ohne externes Backup, Altgerät oder Kopie beim Gesprächspartner ist eine Wiederherstellung nach einem Werksreset kaum zu erwarten.

Eine sinnvolle Reihenfolge für die Suche

Nach einem gelöschten WhatsApp-Chat sollten nicht sofort Programme installiert oder Backups zurückgespielt werden.

In der Praxis hat sich diese Reihenfolge bewährt:

  1. Über Suche und Archiv prüfen, ob der Chat wirklich gelöscht wurde.

  2. Datum und Uhrzeit des letzten WhatsApp-Backups notieren.

  3. Nach älteren Android-, iCloud- oder Computerbackups suchen.

  4. Ein noch vorhandenes Altgerät möglichst offline prüfen.

  5. Gesprächspartner oder Gruppenmitglieder nach einer Kopie fragen.

  6. Galerie, Cloud-Fotos, Medienordner und Downloads durchsuchen.

  7. Verknüpfte Geräte kontrollieren.

  8. Erst danach über eine Wiederherstellung des Backups entscheiden.

Vor allem bei einem älteren Backup sollte klar sein, welche aktuellen Nachrichten dadurch ersetzt werden könnten.

Wie die Chancen in typischen Situationen stehen

Ausgangslage Einschätzung
Chat wurde nur archiviert Direkt wiederherstellbar
Backup stammt aus der Zeit vor der Löschung Gute Chance, dass der Chat enthalten ist
Altes Smartphone zeigt den Verlauf noch Sehr gute Ausgangslage
Gesprächspartner besitzt den Chat Inhalt meist exportier- oder weiterleitbar
Nur Bilder oder Videos werden gesucht Oft noch in Galerie, Cloud oder Medienordnern vorhanden
Chat auf modernem iPhone gelöscht, kein Backup Vollständige Wiederherstellung meist nicht realistisch
Chat auf modernem Android-Gerät gelöscht, kein Backup Je nach Gerät geringe bis sehr geringe Chancen
Smartphone ist defekt, Chat war vorher vorhanden Technische Datenrettung kann sinnvoll sein
WhatsApp wurde deinstalliert Backups und lokale Android-Sicherungen prüfen
Smartphone wurde zurückgesetzt Ohne externe Sicherung kaum Chancen

 

Die besten Chancen liegen oft außerhalb des Smartphones

Bei einem gelöschten WhatsApp-Chat richtet sich die Hoffnung meist zuerst auf einen technischen Tiefenscan. In der Praxis sind ältere Sicherungen, das vorherige Smartphone oder der Gesprächspartner wesentlich häufiger die Lösung.

Ist der Verlauf auf einem dieser Wege noch vorhanden, sollte er zunächst gesichert werden, bevor weitere Änderungen vorgenommen werden.

Fehlt jede Kopie und wurde der Chat auf einem modernen, verschlüsselten Smartphone gezielt gelöscht, sollte man Versprechen einer vollständigen Wiederherstellung kritisch betrachten. Ein Defekt des Geräts lässt sich unter Umständen reparieren. Ein nicht mehr vorhandener Datenbestand lässt sich dadurch jedoch nicht neu erzeugen.

 


Häufige Fragen

Kann man einen gelöschten WhatsApp-Chat ohne Backup wiederherstellen?

Auf einem modernen Smartphone ist eine vollständige Wiederherstellung ohne Backup meist nicht möglich. Es sollten dennoch Altgeräte, Gesprächspartner, lokale Android-Sicherungen, Medienordner, Computerbackups und verbundene Geräte geprüft werden.

Kann eine App gelöschte WhatsApp-Nachrichten zurückholen?

Eine gewöhnliche App kann nicht beliebig auf frühere, verschlüsselte WhatsApp-Daten zugreifen. Viele Programme zeigen nur vorhandene Backups, aktuelle Daten, Vorschaudateien oder Benachrichtigungen an. Ein angezeigter Kontaktname beweist nicht, dass der gelöschte Chat wiederherstellbar ist.

Sollte ich WhatsApp deinstallieren und neu installieren?

Nur wenn ein geeignetes Backup nachweislich vorhanden ist und die Folgen der Wiederherstellung geklärt sind. Ohne Backup kann eine Deinstallation noch vorhandene lokale Daten entfernen.

Wie erkenne ich, ob ein Backup vor dem Löschen erstellt wurde?

In den WhatsApp-Einstellungen werden Datum und Uhrzeit der letzten Chatsicherung angezeigt. Liegt diese Sicherung zeitlich vor der Löschung, kann der Chat darin noch vorhanden sein. Ein später erstelltes Backup enthält meist bereits den Zustand ohne den Chat.

Kann ich ein altes Backup und neue Nachrichten zusammenführen?

Eine automatische Zusammenführung wird normalerweise nicht unterstützt. Beim Wiederherstellen eines älteren Verlaufs können neuere Nachrichten ersetzt werden. Google weist für die Android-Übertragung ausdrücklich auf diese Einschränkung hin.

Sind die Bilder aus dem gelöschten Chat ebenfalls verloren?

Nicht unbedingt. Sie können noch in der Galerie, in Google Fotos, in iCloud-Fotos, im WhatsApp-Medienordner oder bei anderen Chatteilnehmern vorhanden sein.

Kann der Gesprächspartner den Chat exportieren?

Ja, sofern der Verlauf dort noch vorhanden ist. Ein Export kann den Nachrichtentext und optional Medien enthalten. Er lässt sich jedoch nicht ohne Weiteres wieder als normaler WhatsApp-Chat importieren.

Hilft der Benachrichtigungsverlauf?

Er kann auf manchen Android-Geräten Teile einzelner Nachrichten enthalten, wenn er bereits vorher aktiviert war. Für einen vollständigen Chatverlauf ist er nicht geeignet.

Kann ein Datenrettungslabor einen gelöschten Chat retten?

Ein Labor kann defekte Geräte reparieren, vorhandene Datenbanken sichern und Backups untersuchen. Wurde der Chat jedoch bereits gelöscht und existiert keine verwertbare Kopie, sind auch professionelle Möglichkeiten begrenzt.

Hilft das direkte Auslesen des Speicherchips?

Bei modernen Smartphones normalerweise nicht als einfache Lösung. Der Speicher ist meist hardwaregebunden verschlüsselt. Rohdaten vom Chip sind ohne das ursprüngliche Gerät und dessen Schlüssel nicht automatisch lesbar.

Was passiert nach einem Werksreset?

Bei modernen Geräten werden die bisherigen verschlüsselten Benutzerdaten normalerweise unzugänglich. Ohne Cloud-, Computer- oder Altgerätebackup ist eine Wiederherstellung dann kaum zu erwarten.

Quellen

Quellen und technische Grundlagen

Für die technische Prüfung dieses Beitrags wurden offizielle Dokumentationen von WhatsApp, Google und Apple herangezogen.

Welche Wiederherstellungswege verfügbar sind, hängt unter anderem vom Smartphone-Modell, der Betriebssystemversion, dem verwendeten Konto, der WhatsApp-Version und dem Zeitpunkt des letzten Backups ab. Sicherungs- und Übertragungsfunktionen können sich durch Updates ändern.

Peter Steiner

Peter Steiner

Herzlich willkommen! Als Autor dieser Labor-News freue ich mich, Einblicke aus dem Labor mit euch zu teilen und auf euer Feedback.

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